Warum in die Ferne fahren, wenn das Gute doch so nahe liegt

Im grünen Labyrinth: Die Kulturlandschaft Spreeald entdecken

Naturreservat Spreewald

Spreewald Kanäle, Foto: Ruper / pixelio.de

Im südöstlichen Brandenburg zwischen den Städten Babow, Burg, Byhleguhre-Byhlen, Cottbus, Luckau, Lübben, Lübbenau, Neu Zauche, Raddusch, Straupitz, Schlepzig und Vetschau sowie lediglich eine gute Stunde Zugfahrt von Berlin entfernt, liegt mit dem etwa 3.200km² großen Spreewald eine der regional beliebtesten Ausflugs- und Ferienregionen. Das in seiner heutigen Form bereits in der Eiszeit entstandene Niederungsgebiet in den Landkreisen Spree-Neiße, Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz ist eine Auen- und Moorlandschaft bestehend aus der ursprünglich natürlichen Flusslaufverzweigung der Spree, welche durch künstliche Kanäle im Laufe der Jahrhunderte maßgeblich erweitert wurde.

Die Gesamtlänge der weit verzweigten Spreewaldkanäle beträgt fast 1.000 km. Während sie in früheren Zeiten vorrangig dem Güter- und Warentransport in dem sonst von Verkehrswegen nur wenig erschlossenen Gebiet dienten, werden sie heute vor allem als Wasserwege für touristische Ausflugsfahrten genutzt. Das diesbezügliche Angebot hat sich wegen der konstant großen Nachfrage stark ausdifferenziert. Neben geführten Fahrten z.B. zur Erleninsel „Wotschofska“, zum Hochwald und zum Lagunendorf Lehde, an den Bismarckturm, zum Kräutergarten in Burg/Spreewald, zur Slawenburg Raddusch oder zur Holländermühle in Straupitz kann man auch selber Kähne für Einzelfahrten und Paddelboote mieten und steuern, um so die mit insgesamt über 18.000 Tier- und Pflanzenarten überreiche Naturlandschaft kennen zu lernen.

Ein uralter slawischer Brauch in der Lausitz

Ostereiverzierung - ein alter sorbischer Brauch, Foto: Peter Becker / pixelio.de

Sehr bekannt ist der Spreewald auch als Landwirtschaftsraum mit mittlerweile geographischen EU-Angabenschutz für bestimmte lokaltypische Produkte, wie vor allem die berühmten Spreegurken, die unter der Dachmarke Spreewald in den vielen Hofläden der Gegend als Gewürz-, Senf-, Knoblauch, Saure-, und Pfeffergurken verkauft werden. Weitere typische Souvenirs aus dem Spreewald, die zumeist aus dem entsprechenden Kunsthandwerk der sorbischen und wendischen „Ureinwohner“ stammen, sind etwa mit Wachs- oder Kratztechnik verzierte Ostereier, Blaudruckware aus Halbleinen oder Baumwollgewebe mit verschiedenen Blütenmustern. Küchengeschirr wie Kuchenformen, Flaschen, Tassen und Krüge mit traditioneller braun-beiger Lehmglasur, handgefertigte Holzpantoffeln und Weidenkörbe sowie spezielle Spirituosen wie etwa Spreewald-Pflaume, Gurkenmilch, Bukowina, Spreewaldbitter, Mückenblut und Kalmuswein.

Die Geschichte der Sorben, die bereits seit dem 6. Jahrhundert im heute noch offiziell zweisprachigen Spreewald siedeln, kann man z.B. auch gut auf der 260 km langen Rundtour des Gurkenradweges besichtigen. Museen und Informationsstätten wie die Sorbische Kulturinformation LODKA, das Stadt- und Regionalmuseum im Schloss Lübben, die Heimatstube Raddusch, das Niederlausitz-Museum Luckau und die Heimatstube Neu Zauche liegen entweder auf der Route oder nicht weit von ihr entfernt.

 

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