Warum in die Ferne fahren, wenn das Gute doch so nahe liegt

Urlaub, so wie Gott einen schuf: FKK-Urlaub in Deutschland

FKK

Das war der Sommer, Foto: Marco Barnebeck / pixelio.de

Auch wenn die „Freikörper-Kultur“ – auch Nudismus und Naturismus genannt – sicherlich gesamteuropäische Ursprünge aufzuweisen hat, und man frühe Verfechter dieses Lebensstils schon im Laufe des 18.Jahrhunderts somit auch in England, Frankreich und vor allem in Skandinavien findet, zeichnen sich die Anfänge der FKK in Deutschland durch ihre zeitig erfolgte Institutionalsierung aus. Im damals noch stark von der „typisch deutschen“ Vereinsmeierei geprägten Land entstanden ab etwa um 1900 die ersten deutschen FKK-Vereine, die neben dem unbekleideten Treiben von (Wasser-) Sport oftmals auch entschieden politische, ideologische und weltanschauliche Zielrichtungen wie z.B. dem Vegetarismus, esoterische Ansichten und generell eher „linke“ Gedanken propagierten.

Im Dritten Reich erst gänzlich verboten, dann zu dessen Ende stellenweise erlaubt, erlebte FKK nach Kriegsende und in den folgenden Jahrzehnten eine zwei geteilte Entwicklung. Während es in der DDR ab den 1950er Jahren speziell an der Ostseeküste zu einer wahrhaften Renaissance des Nacktbadens kam, die auch von zwischenzeitlichen staatlichen Verbotsversuchen nicht an ihrer massenhaften Ausbreitung gehindert werden konnte, dauerte es in der BRD noch bis in die späten 1960er/70er Jahre hinein, bis die allgemeine gesellschaftliche Akzeptanz der „Nackigen“ stieg, und sich z.B. der Nacktbadestrand bei Kampen auf Sylt, der Eisbach im Englischen Garten in München oder der Berliner Halensee als feste FKK-Adresse dauerhaft etablieren konnte.

Heute erregt FKK eigentlich nirgendwo in Deutschland noch besonderes Aufsehen, es existieren zahlreiche Nacktbadestrände und -bereiche in Ost und West, in Freibädern, an Stränden und Baggerseen, Bächen und Flüssen. Der Besuch des edlen Nasses ohne Textilien ist allerdings vielerorts auch so selbstverständlich geworden, dass die FKK-Vereine stark rückläufige Mitgliederzahlen haben, weil ihr Hauptanliegen eigentlich erreicht ist. Urlauber können mittlerweile aus einer Vielzahl von FKK-Möglichkeiten auswählen, genau wie in Frankreich und Kroatien als ebenso europäisch führende FKK-Nationen, gibt es auch hierzulande ein riesiges und flächendeckendes touristisches Angebot an Hotels, Pensionen, Ferienhäusern, Ferienwohnungen, Feriendörfern und Campingplätzen in und auf denen Nacktbaden und mancherorts auch Aktivitäten wie etwa Nacktwandern, Nacktradeln, Nacktrudern oder Nacktreiten ganz selbstverständlich Teil des Urlaubs sind.

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